2006

 

Weltmeisterlich als Gastgeber

Ausländische Fußball-Nationalteams nutzen RuhrCongress als Plattform während der WM

Deutschland war 2006 Weltmeister, zumindest was die Gastfreundschaft anbelangte. Mit der Fußball-WM im eigenen Land hatte die Bundesrepublik in dem Jahr die einmalige Chance, sich auf ungezwungene Weise einem internationalen Publikum zu präsentieren. Ein großer Image-Gewinn, der sich nachhaltig auszahlte. Deutschland hat sich von seinen besten Seiten gezeigt. Eine davon war das Ruhrgebiet, das unter den Austragungsorten der Spiele war. Deshalb bot es sich auch an, den RuhrCongress in das Rahmenprogramm zu integrieren. Die Schweden aus Gruppe B hatten es vorgemacht: Die Pressekonferenz ihres Nationalmannschaft, die im Achtelfinale von Deutschland geschlagen wurde, hatten sie im RuhrCongress stattfinden lassen. Auch für das Fußballteam von Ghana war im Achtelfinale Schluss. Die Mannschaft scheiterte an Fußballgigant Brasilien. Doch für die Afrikaner war allein das Erreichen der zweiten Runde bei der WM ein großer Sieg. Schließlich waren sie als letztes Team ihres Kontinents so weit gekommen und damit eine der großen Überraschungen der WM. Ihren Abschied vom Turnier feierte das Team von Ghana ausgelassen im RuhrCongress. Das Medieninteresse an diesem WM-Liebling war groß.
 

Von Lenkern und Rädern

Weltkonzerne machen sich im RuhrCongress Gedanken über die automobile Zukunft 

So viel sei schon jetzt verraten: Autos werden noch eine ganze Weile auf ihre Räder nicht verzichten können. Doch alles andere in der Automobilbranche ist im steten Wandel – und gerade in Bochum ist dies hinlänglich bekannt. Kaum eine andere Stadt in Deutschland kann auf eine derart lange und leidenschaftliche Tradition als Automobilstandort zurückblicken. Mit den Opel-Werken ist hier seit Jahrzehnten ein Big-Player der internationalen Autobranche ansässig. Und auch sonst ist die Automobil-Kompetenz in der Region, allein mit dem Lehrstuhl für Lehrstuhls für Automobilwirtschaft von Prof. Ferdinand Dudenhöffer an der Universität Duisburg Essen, beispielhaft. Wen wundert es da, dass der RuhrCongress seit 2006 jährlich als Ausrichtungsstätte für das Car-Symposium dient, das von eben dieser Universität veranstaltet wird. Auf dem Kongress trifft sich das internationale Who is who der Branche, um über Szenarien für die automobile Zukunft zu diskutieren. Große Konzernlenker und renommierte Wissenschaftler schätzen den fachlichen Austausch in Bochum. Wann ist der Elektroantrieb serienreif? Welche neuen Materialien lassen sich in die Autoproduktion integrieren? Und wo sind die globalen Wachstumsmärkte? 2007 etwa gab es in der Begleitausstellung zum Symposium das Zukunftsauto „Hydrogen 7“ von BMW. Das Auto tankte kein Benzin, sondern flüssigen Wasserstoff und wurde als richtungsweisende Innovation vorgestellt.

 

Songs und Singles

Über 6500 Menschen strömen zur ersten Ü-30-Party

In Großstädten wohnen sie vermehrt, im Ruhrgebiet sowieso. Manchmal treten sie auch in Rudeln auf, was aber kein Widerspruch an sich sein muss, sondern eher mit einem modernen Lebensgefühl zu erklären ist: gemeinsam einsam. Single sein ist 2006 längst kein Grund mehr, traurig in der eigenen Wohnung zu versauern. Im Gegenteil, Singles sind aktiv und suchen die Unterhaltung. Ein Trend, den der RuhrCongress aufnimmt und als einer der ersten Großveranstalter in ein Feierformat umsetzt. Mit der Ü30-Party, die in diesem Jahr zum ersten Mal im RuhrCongress stattfindet, hat das Haus den Nerv der Zeit getroffen. Im Laufe der Nacht strömen über 6500 Menschen in die Hallen. Ein riesiger Erfolg – und ein Beleg dafür, wie sehr das Kongressgebäude inzwischen als Party-Ort bei der Bevölkerung des Ruhrgebiets etabliert ist.

 

Western tief im Westen

Country-Pop im RuhrCongress? The BossHoss macht's möglich

Kann das Konzert einer Country-Pop-Band in einem Kongressgebäude funktionieren? Die Veranstalter waren skeptisch. Die Berliner Band The BossHoss, die 2004 gegründet wurde und 2005 ihren Durchbruch mit der Interpretation von Pop-Songs im Country-Stil hatte, war auf der Suche nach einem Konzertraum im Ruhrgebiet. Und gerade zu Beginn einer Karriere, wo das Image mühsam bei den Fans aufgebaut ist, muss jeder Schritt und jede Location bedacht sein. Passt es ins Konzept? Oder verschreckt es nicht eher die Fans, die ja ein gewisses Lebensgefühl mit der Band verbinden? Das Management von The BossHoss wagte den Schritt in den RuhrCongress – ein legendäres Konzert der Band war das Ergebnis. Fans wie Musiker waren sich einig: Die Akustik in dem Saal war einmalig gut und von der Klangfarbe mit etablierten Konzertorten vergleichbar. Das Konzert von The BossHoss war somit der Auftakt zu einer strategischen Ausrichtung des Hauses, seither auch Subkulturen, die abseits des Mainstreams spielen, eine Bühne zu geben. So sind seit 2006 u.a. Auftritte des Skandalsängers Marilyn Manson und Gothic-Konzerte im Programm gewesen.