2007

 

Ruhrgebiet sticht Berlin aus

RuhrCongress erhält Zuschlag für den Deutschen Sparkassentag 2007

Das Ruhrgebiet hat Berlin abgehängt. Bei der Bewerbung als Austragungsort für den Deutschen Sparkassentag 2007 hat die Region alles in die Waagschale geworfen, was einen exzellenten Standort ausmacht: eine zentrale Lage, gute Verkehrsanbindungen, ein erfahrenes Veranstaltungsmanagement und eine optimale Vernetzung auf allen Ebenen. Getreu der Idee: Übernachten Sie in Essen, tagen Sie in Bochum und speisen Sie abends in Dortmund. Das überzeugte die Jury. Als der RuhrCongress als Hauptaustragungsort dann den Zuschlag bekommt, ist die Freude entsprechend groß. Bei der Umsetzung der Veranstaltung kann Bochum dann auch auf die Nachbarstadt Dortmund bauen: Das Format der Veranstaltung mit gut 4000 Gästen aus ganz Deutschland verlangte nämlich, dass letztlich auch noch die Westfalenhalle in Dortmund hinzu gemietet wurde. Letztlich war die Beherbergung des Deutschen Sparkassentags in der Region gelebte Kooperation, wie sie nur im Ruhrgebiet aufgrund der räumlichen Nähe derartiger Hallen möglich ist.
 

Stahl im Aufwind

Mit einer Abstimmung über die Zukunft von Thyssen-Krupp schreibt der RuhrCongress Industriegeschichte

Eine Branche in Aufruhr: Bereits Ende Juni 2006 schluckt der weltgrößte Stahlproduzent Mittal Steel für 26 Mrd. Euro die europäische Nummer eins Arcelor. Die Übernahmeschlacht im Stahlbereich beginnt. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp möchte sich vor einer feindlichen Übernahme schützen und regt an, dass die Krupp-Stiftung ihren Anteil von 23,71 auf 25,10 % erhöhen soll, um eine Sperrminorität zu erreichen. So hätte nämlich die Stiftung einen Sitz mehr im Aufsichtsrat und könnte entscheidend verhindern, dass ein anderes Unternehmen Thyssen-Krupp einfach an der Börse aufkauft. Die Entscheidung dazu soll im RuhrCongress fallen, und zwar im Januar 2007 auf der Hauptversammlung. Thyssen-Krupp hatte in den Jahren zuvor schon gute Erfahrung mit dem Austragungsort gemacht und vertraute dem Management der Kongresshalle bei dieser so wichtigen Beschlussfassung. Aber stimmen die Aktionäre dem Vorschlag zu? Kann das Traditionsunternehmen auf eine sichere Zukunft setzen? Es kann. In einer Kampfabstimmung bekommt das Manöver schließlich grünes Licht. Seither ist Thyssen-Krupp gestärkt auf dem internationalen Markt. Der RuhrCongress war ein Schauplatz der Industriegeschichte.
 

Legenden auf der Bühne

Benefiz-Konzert: Michael Gorbatschow rockt mit Carlos Santana, Cat Stevens & Peter Maffay

Ein langer, grauer Bart, dazu Brille und kurze Haare. Der Sänger dort oben auf der Bühne hat sich optisch ein wenig verändert, doch an seiner Stimme erkennen ihn die Fans sofort. Er nennt sich inzwischen Yusuf Islam, doch für die rund 4000 Fans an diesem Abend im RuhrCongress ist er nach wie vor Cat Stevens. Die Musiklegende hatte es sich nicht nehmen lassen, beim bis dahin größten Benefizkonzert Bochums aufzutreten. Drei Jahrzehnte war es ruhig um den Musiker geworden, jetzt war es einer seiner ersten Auftritte – und als er die Klassiker „Peace Train“ und „Wild World“ spielte, war die Melancholie derer, die mit Cat Stevens erwachsen wurden, fast mit Händen zu greifen. Eingeladen hatte die Konferenz „Herausforderung Zukunft“, die am Tag zuvor in der Jahrhunderthalle über die großen Weltfragen diskutierte. Das Konzert im RuhrCongress war nun musikalischer Höhepunkt und wurde durch den Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow eröffnet. Ein staatsmännisch-souveräner Auftritt, der auch den Moderatoren der Veranstaltung, Deutsch-Rocker Wolfgang Niedecken (BAP) und Peter Maffay, großen Respekt abverlangte. Es war ein Stelldichein der internationalen Rock- und Pop-Szene, an dem Gitarren-Legende Carlos Santana ebenso teilnahm wie Liedermacher Heinz Rudolf Kunze. Am Ende standen alle Stars gemeinsam auf der Bühne, um sich zu „Gimme Shelter“ von den Rolling Stones symbolisch die Hände zu reichen. Ein emotionaler Moment.